In den vergangenen Jahren ist das Übergewicht von Kindern und Jugendlichen verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Etwa 10-15% der Grundschülerinnen und Grundschüler gelten als übergewichtig, weitere 5% sind adipös. Übergewicht und Adipositas wirken sich nicht nur auf die Gesundheit im Kindesalter aus, sondern haben auch einen Einfluss auf die Gesundheit im Erwachsenenalter. Der Prävention von gestörtem Essverhalten im Kindesalter kommt deshalb eine zentrale Bedeutung bei der Verringerung chronischer Erkrankungen zu.

Die Ursachen für Übergewicht sind sehr vielfältig. Präventionsangebote müssen sowohl das Ernährungs- und das Bewegungsverhalten in den Blick nehmen als auch zielgruppenspezifische Angebote und Strukturen entwickeln, die den Lebensbedingungen von Mädchen und Jungen, ihren Gewohnheiten und Einstellungen sowie ihren Vorstellungen von Gesundheit und Wohlbefinden Rechnung tragen. Als besonders sensible Phase für die Entwicklung von Übergewicht gelten das 5.-7. Lebensjahr sowie die Pubertät. Aus diesem Grund kommt dem Setting Grundschule eine wichtige Rolle für die Entwicklung gesundheitsbezogener Interventionen zu. Schule kann dazu beitragen, dass Kinder und ihre Eltern ein weitreichendes Gesundheitsempfinden entwickeln, das sich auf den Freizeitbereich und in die Familie überträgt.

Ziele
Hauptziel des Projektes ist es, eine positive Veränderung des Ess- und Bewegungsverhaltens von Grundschulkindern zu erreichen und das Thema "Gesundheit" nachhaltig in den Schulalltag zu integrieren. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mädchen und Jungen lassen sich positiv beeinflussen, wenn alle Beteiligten in der Grundschule befähigt werden, Gesundheitspotenziale zu erschließen und vorhandene Strukturen gesundheitsgerecht zu verändern. Dazu gehört:
  • Zusammenarbeit mit den Eltern, Kindern und Lehrkräften zu stärken
  • Regionale und lokale Vernetzung zu initiieren
  • Konkrete Angebote in den Schule zu entwickeln
  • Gesunden Schulklimas für alle Betroffenen zu entfalten
  • „Gesundheit“ nachhaltig in den Schulalltag integrieren
Umsetzung
Das Projekt konzentriert sich auf die Region Niedersachsen und wird zehn Grundschulen aus unterschiedlichen Regionen umfassen. Es ist auf drei Jahre angelegt und startet am 15.10.2003. Die Umsetzung erfolgt durch die Unterstützung von speziell für die Projektaufgaben qualifizierten VHS-Gesundheitsberater/-innen. In enger Zusammenarbeit mit den Schulen erfolgt die Entwicklung maßgeschneiderter Angebote.

Projektphasen
Okt. 03 - März 04: Vorbereitungsphase: Einführung und Schulung der Gesundheitsberaterinnen, Anwerbung von Schulen, Auftaktveranstaltung in den Schulen, Vorbereitung der wissenschaftlichen Begleitung

April 03 - März 06: Hauptphase: Aufbau eines Arbeitskreises Gesundheit in den Regionen, Qualifizierung/Fortbildung der Gesundheitsberaterinnen, Entwicklung und Umsetzung von maßgeschneiderten Angeboten in der Schule, Einbindung regionaler Institutionen, Vereine, interessierte Firmen, Fortbildungen für Lehrkräfte etc., Dokumentation der Maßnahmen, Befragung der Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern, Prozessevaluation, Pressearbeit

April 06 - Okt. 06: Nachbereitungsphase: Sammlung bewährter Angebote, Entwicklung von Arbeitsmaterialien mit Theorie- und Praxisanteilen, Evaluationsbericht, Abschlussveranstaltung
Ab Oktober 2006 arbeiten die Gesundheitsberaterinnen mit den Schulen je nach bedarf weiter
  • Gesundheitsberaterinnen
  • Schulen für die Mitarbeit gewinnen
  • mit dem Schulteam eine Situationsanalyse durchführen
  • Eltern und Lehrkräfte schulen und sie in die Projektarbeit einbeziehen
  • konkrete Angebote für die Mädchen und Jungen ergänzen bzw. gestalten
  • die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Schule unterstützen
  • die Zusammenarbeit der Lehrkräfte im Handlungsfeld Gesundheitsförderung unterstützen
  • in Gremien mitarbeiten und einen Beitrag zur Vernetzung der Schulen im Setting leisten
Wissenschaftliche Begleitung
Im Zentrum steht die Prozessevaluation, also die Frage, inwieweit es gelungen ist, gemeinsam mit den Schulen maßgeschneiderte Präventionsangebote zu entwickeln, welche Hindernisse und Hürden bei einer solchen Umsetzung zu meistern und welche positiven Erfahrungen auf andere Projekte übertragbar sind. Die wissenschaftliche Begleitung soll überprüfen, ob die angestrebten Ziele durch die Projektaktivitäten erreicht wurden, um eine Fortsetzung des Projektes bzw. eine Übertragbarkeit zu gewährleisten.
 
Schirmherrschaft
Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
und Bernd Busemann, niedersächsischer Kultusminister

Projektleitung und Kooperationspartnerinnen
KKH - Die Kaufmännische
Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V. (LVG)
Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens e.V. (LVN)
Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) - Fachreferat der LAG der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen
Universität Bremen - Zentrum für Public Health

Essen - bewegen - wohl fühlen [53 KB] (PDF-Dokument)
Modellschulen [14 KB] (PDF-Dokument)

Projektkoordination
Angelika Maasberg
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Telefon: 0511 / 388 11 89 - 2