Die Gesundheitsversorgung in Deutschland unterliegt mehr denn je großen Veränderungen. Anhaltender Kostendruck, Folgen des demografischen und epidemiologischen Wandels, der Fachkräftemangel, vor allem in strukturschwachen Regionen, aber auch der technische Fortschritt, die veränderte Rolle der Patient*innen und ihre Erwartungen lassen den Reformdruck steigen. Die Robert Bosch Stiftung fördert mit ihrem Programm „PORT Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ die Entwicklung und Implementierung von lokalen Gesundheitszentren in Deutschland.

PORT Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung
Die Robert Bosch Stiftung fördert mit ihrem Programm „PORT Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ die Entwicklung und Implementierung von lokalen Gesundheitszentren in Deutschland. Nach dem Vorbild von internationalen Community Health Centers, wie beispielsweise in Schweden oder Kanada, streben die PORT-Zentren an, eine patientenzentrierte, koordinierte, kontinuierliche, gesundheitsfördernde Versorgung „aus einer Hand“ anzubieten. PORT-Zentren verfolgen innovative Ansätze der berufsgruppenübergreifenden Kooperation, um bislang ungenutzte Möglichkeiten in der Therapie- und Versorgungspraxis auszuschöpfen. Patient*innen sind dabei Akteur*innen im Sinne ihrer eigenen Gesundheit und werden als Partner*innen im Behandlungsprozess betrachtet. Die PORT-Zentren sollen moderne digitale Technologien (eHealth) nutzen, Sektorengrenzen zu weiteren Versorgungsbereichen überwinden und die Einbindung in kommunale Strukturen stärken. Sie sollen eine direkte Verbindung von individueller Primärversorgung und populationsorientierten Public-Health-Ansätzen ermöglichen.

PORT-Zentren werden an fünf Standorten in Deutschland umgesetzt: im Landkreis Calw in Baden-Württemberg, in der Gemeinde Hohenstein in Baden-Württemberg, beim Gesundheitskollektiv in Berlin-Neukölln, im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Willingen-Diemelsee (Hessen) und in der Gemeinde Büsum in Schleswig-Holstein.

Ziele und Tätigkeitsbereiche
Die LVG & AFS Niedersachsen e. V. evaluiert dieses Vorhaben in einer auf drei Jahre angelegten Begleitforschung. Dabei stehen folgende Hauptaspekte im Mittelpunkt: zum einen die PORT-Gesundheitszentren selbst mit der Umsetzung des koordinierten Versorgungskonzeptes, zum anderen die Einbindung in bestehende oder zu schaffende Strukturen in der Kommune. Darüber hinaus sind auch die Schnittstellen zu weiteren Versorgungsbereichen, wissenschaftliche Kooperationen sowie die gesundheitspolitische Sichtbarkeit von Bedeutung.

Laufzeit
Die Evaluierung zum Förderprogramm „PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung“ erstreckt sich über einen Zeitraum vom 15.06.2017 – 14.06.2020.

Weitere Infos zum Förderprogramm PORT und SupPORT
Mit dem Förderprogramm PORT unterstützt die Robert Bosch Stiftung seit Frühjahr 2017 bundesweit fünf Initiativen, die in den kommenden Jahren lokale Gesundheitszentren etablieren. Die Zentren sollen die umfassende Grundversorgung der Bevölkerung in einer Region gewährleisten und eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen aus einer Hand ermöglichen.

Mit supPORT – Auf dem Weg zu Patientenorientierten Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung bietet die Robert Bosch Stiftung eine Fördermöglichlichkeit, die das Programm PORT – Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung ergänzt.

Mit PORT und durch die Einführung lokaler, inhaltlich umfassender und exzellenter Gesundheitszentren wird angestrebt, unser Gesundheitssystem mehr auf die Versorgung von chronisch und mehrfacherkrankten Menschen auszurichten. Mit supPORT wird der Kreis derjenigen erweitert, die sich für den PORT-Ansatz einsetzen.

Kontakt
Dr. Nina Fleischmann

Alexandra Schüssler