Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen leben im häuslichen Umfeld oder in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Aufgrund ihrer eingeschränkten Alltagskompetenzen haben sie spezifische Bedarfe an Assistenz, Begleitung und Betreuungsangeboten, die ihnen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, aber auch an Leistungen des Gesundheitssystems ermöglichen. Sie sind in einem erhöhten Maße von Krankheiten betroffen, die nicht selten besondere Ausprägungen haben.

Die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen beispielsweise in Arztpraxen, Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen weist jedoch Mängel auf.

Ursache dafür ist, dass ambulante und stationäre Einrichtungen des Gesundheitswesens auf die besonderen Bedarfe dieser Patientengruppen nicht ausreichend vorbereitet sind. Behinderungsbedingte Besonderheiten können die Diagnostik und Behandlung erschweren. Zu einer zielgruppenspezifischen gesundheitlichen Versorgung gehören beispielsweise ein höherer Zeitbedarf sowie ein verständnisvoller Umgang und persönliche Assistenz. Häufig sind mangelnde Kenntnisse über Krankheitsbilder und -verläufe bei Menschen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen, sowie spezifische Behandlungserfordernisse Gründe für Versorgungsprobleme. Es treten zudem Schwierigkeiten in der Kommunikation und Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung auf. Menschen mit Behinderungen, Bezugspersonen, Angehörige sowie rechtliche Betreuerinnen und Betreuer müssen besser in die medizinische Betreuung einbezogen werden. Ohne den Einbezug der unterschiedlichen Lebenswelten kann eine gute gesundheitliche Versorgung nicht gelingen.

Zu einer teilhabeorientierte Gesundheitsversorgung gehört, dass die besonderen Bedarfe von Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen berücksichtigt werden. Die Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen und die LVG&AFS Niedersachsen haben das gemeinsame Ziel zur Verbesserung der medizinischen Versorgung dieser Personengruppen anzuregen und durch gezielte Maßnahmen beizutragen.

Aktuelle Aktivitäten
Auf Initiative der Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen planen die LVG&AFS Niedersachsen e. V., der Landesverband und die Akademie für Rehaberufe gemeinsam einen ersten Fachtag am 02. Dezember 2014 in Hannover. In der Veranstaltung sind Fachvorträge zu dem Themenbereich und den aktuellen Entwicklungen geplant. Der Fachtag soll über das Thema informieren und sensibilisieren. Es werden Mitarbeitende in Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen, Arztpraxen, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Wohlfahrtsverbänden sowie Eltern und Selbstvertreterorganisationen angesprochen.

Kontakt
Birgit Wolff
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Tel.: 0511 / 388 11 89 - 9