Die stationäre Pflege nimmt heute und auch zukünftig eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen ein. Vor dem Hintergrund des neuen Präventionsgesetzes sieht der Gesetzgeber die Durchführung gesundheitsförderlicher und präventiver Maßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen vor. Bewohner*innen weisen aufgrund von Multimorbidität oft komplexe gesundheitliche Situationen auf, dennoch lässt sich ihre Gesundheit fördern und die Lebensqualität steigern. Diese Potenziale zur Gesundheitsförderung bei Bewohner*innen stehen im Mittelpunkt des Projektes „Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen“.

Wir werden in fünf Modelleinrichtungen in der Stadt und Region Hannover und der Stadt und dem Landkreis Hildesheim einen Analyse- und Entwicklungsprozess zur Gesundheitsförderung zur systematischen Einbindung in den alltäglichen Ablauf anstoßen und dabei alle Beteiligten, wie z. B. Bewohner*innen, Leitungs-, Pflege- und Betreuungskräfte, aktiv einbeziehen. Die Maßnahmen der Gesundheitsförderung grenzen sich dabei von aktivierender oder prophylaktischer Pflege und Betreuung im Rahmen des Pflegeprozesses ab. Es geht um den Aus- und Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen und Maßnahmen (z. B. zu den Themen körperliche Aktivität, Ernährung, Sexualität).

Die fünf Modelleinrichtungen sind: AWO Residenz Sehnde, Heinemanhof Stadt Hannover, Alten- und Pflegeheim Marienstift Barsinghausen, Christophorusstift Hildesheim und  Seniorenresidenz Lindenhof Lehrte. Als LVG & AfS Nds. e. V. stehen wir den Einrichtungen in Kooperation mit dem pro familia Landesverband Niedersachen e. V. in allen Projektschritten zur Seite. Die Gesamtförderung des Projektes übernimmt die BARMER.

Die Datenerhebungen zur Bedarfs- und Ressourcenanalyse in den fünf Modelleinrichtungen sind abgeschlossen. In den Fokusgruppen kamen insgesamt 35 Mitarbeiter*innen sowie 52 Bewohner*innen und Angehörige zu Wort und haben lebhaft zu ihren Vorstellungen von Gesundheit und Wohlbefinden diskutiert. In darauffolgenden Projektwerkstätten mit Bewohner*innen, Angehörigen und Mitarbeitenden wurden pro Einrichtung die Ergebnisse der Fokusgruppen diskutiert und Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung und Entwicklung von Gestaltungsansätzen ausgewählt. Als Handlungsfelder zur weiteren Bearbeitung wurde diese Themen favorisiert: Körperliche Aktivität, Ernährung, seelische und soziale Gesundheit, Tagesgestaltung, Struktur und Abwechslung sowie Selbstbestimmung. In Projektgruppen, bestehend aus Bewohner*innen/Angehörigen und Mitarbeitenden, werden nun konkrete Konzepte und Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung der Bewohner*innen entwickelt.

Veröffentlichungen

  • Fleischmann, N. und Vanheiden, T. (2017). Einrichtungen setzen auf Prävention. CAREkonkret, Ausgabe 40, Oktober 2017
  • Vanheiden, T. und Fleischmann, N. (2017). Gesundheitsförderung für Bewohner*innen stationärer Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen, Impu!se 95, S. 24. Online verfügbar unter www.gesundheit-nds.de/index.php/medien/impulse
  • Fleischmann, N. und Vanheiden, T. (2017). Gesundheitsförderung für BewohnerInnen stationärer Pflegeeinrichtungen, Journal Gesundheitsförderung 1/2017, S. 30-33

Kontakt

Dr. Nina Fleischmann

Theresa Vanheiden

Birgit Wolff