Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreibt psychische Gesundheit als Zustand des Wohlbefindens, in dem jede und jeder die eigenen Fähigkeiten ausschöpft, die normalen Lebensbelastungen bewältigt, produktiv arbeiten und etwas zur Gemeinschaft beitragen kann. Die psychische Gesundheit wird durch biologische, psychologische und soziale Faktoren beeinflusst. Daher ist die psychische Gesundheit in Settingansätzen immer ein wichtiger Bereich.

Epidemiologische Studien über die Prävalenz und Inzidenz psychischer Störungen zeigen, dass diese insgesamt auf dem Vormarsch sind. Eine unzureichende Versorgungslandschaft für psychisch Erkrankte, hohe Komorbiditätsraten der Betroffenen und die Tatsache, dass psychische Erkrankungen hinter Muskel- und Skeletterkrankungen die häufigsten Krankheitsarten an Arbeitsunfähigkeits-Tagen in Deutschland sind, zeigen deutliche Handlungsbedarfe. Die Förderung der psychischen Gesundheit und Prävention von psychischen Erkrankungen sind somit Auftrag der Prävention und Gesundheitsförderung. In der LVG & AFS stellt die psychische Gesundheit ein Querschnittsthema dar, welchem sich verschiedene Arbeitsbereiche widmen. Das hier dargestellte Arbeitsfeld „Psychische Gesundheit“ gibt einen Überblick über alle Aktivitäten der LVG & AFS in diesem Bereich.

Begriffsbestimmungen
Neben der Begrifflichkeit psychische Gesundheit sind auch die Begriffe seelische Gesundheit, psychosoziale Gesundheit und mentale Gesundheit gebräuchlich. Zum Teil gehen die Bedeutungen ineinander über, gleichzeitig werden aber auch unterschiedliche Schwerpunktsetzungen und Zielgruppenansprachen vorgenommen. Wenn z. B. die gesamte Bevölkerung angesprochen wird, wird häufiger der Begriff „seelische Gesundheit“ verwendet. Mit diesem Begriff erfolgt u. a. eine Abgrenzung zur Psychiatrie mit den psychischen Störungen und psychiatrischen Krankheitsbildern. Das Wort „mentale“ Gesundheit ist dem englischen Begriff mental health geschuldet. Psychosoziale Gesundheit unterstreicht, dass psychische und soziale Wirkfaktoren in engem Zusammenhang stehen.

Die LVG & AFS hat sich für den Begriff der psychischen Gesundheit entschieden. Dieser wird zum einen von der WHO als deutsche Übersetzung von „mental health“ verwendet, aber auch in den Kreisen der Zielgruppe der LVG & AFS, zu denen hauptsächlich Fachkräfte sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gehören, vorwiegend genutzt.

Quelle:
Mental health is defined as a state of well-being in which every individual realizes his or her own potential, can cope with the normal stresses of life, can work productively and fruitfully, and is able to make a contribution to her or his community.
www.who.int/features/factfiles/mental_health/en/