09. Oktober 2018 Das letzte Tabu

 
Erstellt am 06.08.2018 von Martin Schumacher

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Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover

Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen

Gesundheitsförderung für Menschen in der letzten Lebensphase ist ein facettenreiches Thema, das Reflektionen über das eigene Lebensende und strukturelle Ressourcen für dessen angemessene Gestaltung voraussetzt. Noch immer und mit zunehmender Tendenz erleben viele Menschen ihr Lebensende als fremdbestimmt durch das Gesundheitssystem. Der Tod wurde in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend zu einem Handlungsfeld des medizinischen Fortschritts, getragen durch den Wunsch nach Beherrschbarkeit.

Gesundheitsförderung in der letzten Lebensphase – lohnt sich das noch? Ja, denn angesichts der gewachsenen Vielfalt von Handlungsoptionen besteht einerseits die Chance zur Ausübung von Selbstachtsamkeit und Optimierung von (Patient*innen-) Autonomie, andererseits jedoch auch das Risiko, dass gesundheitsrelevante Handlungen gegen den eigenen Willen vorgenommen werden, die man im Sterbeprozess kaum noch oder gar nicht mehr beeinflussen kann.

Fragen der adäquaten Gestaltung des Sterbens umfassen nicht nur das Wünschen von oder den Verzicht auf medizinische Maßnahmen, sondern betreffen auch Diskurse um Themen wie soziale Isolation, Sterbehilfe sowie den gelegentlich als „Freitod“ umschriebenen Suizid.

Diese Themen gehen vielen durch den Kopf. Aber in unserer heutigen Leistungsgesellschaft ist für Tod und Sterben nur wenig Platz. Abgesehen von – mitunter kontroversen – Diskussionen einzelner Aspekte wie der Rolle der Ärztin*des Arztes bei Wünschen nach Sterbehilfe, der Weiterentwicklung hospizlicher und palliativmedizinischer Angebote oder der Umsetzung von Patient*innenverfügungen in der Versorgung fehlt es oft an Chancen, eigenen Bedarfe und Bedürfnisse (rechtzeitig) zu artikulieren.

Prof. Dr. Annelie Keil (Gesundheitswissenschaftlerin aus Bremen) und Dr. Henning Scherf (Senator und Bürgermeister a. D. der Freien Hansestadt Bremen) zeigen in ihrem aktuellen Buch „Das letzte Tabu“ jedoch eine neue Sichtweise auf: Der Tod gehört zum Leben. Sehr persönlich schildern sie ihre eigenen Erfahrungen mit dem Sterben, sei es im Krieg oder auf der Flucht. Dabei finden sie jedoch immer wieder tröstliche Worte und machen Mut dem Tod gemeinsam ins Auge zu sehen, um erträglicher zu machen, was alle einmal durchleben werden.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Prof. Dr. Annelie Keil und Dr. Henning Scherf nach einer Lesung aus ihrem Buch von ihren persönlichen Erfahrungen berichten und diese mit der gesellschaftlichen Frage verbinden, wie wir heute sterben wollen.

Programm

17:00 Uhr | Anmeldung und Begrüßungsimbiss

17:30 Uhr | Lesung

18:00 Uhr | Prof. Dr. Annelie Keil und Dr. Henning Scherf
im Gespräch mit Thomas Altgeld, LVG & AFS, mit Gelegenheit zur Publikumsbeteiligung

19:30 Uhr | Ende der Veranstaltung