20. September 2017 Netzwerk Sozialpsychiatrischer Dienste in Deutschland

 
Erstellt am 20.07.2017 von Sabine Erven

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Hildesheimer Str. 20, 30169 Hannover

Orientierungshilfen im Grenzgebiet zwischen Sozialpsychiatrie und Forensik

Die Emanzipation und Inklusion auch schwer psychisch beeinträchtigter Menschen ist ein Grundanliegen der Sozialpsychiatrie. Doch im Alltag Sozialpsychiatrischer Dienste wird das Fachpersonal regelmäßig auch mit Problemstellungen konfrontiert, die forensisch-psychiatrische  Aspekte einer Risikobeurteilung berühren. So stellt sich bei der diagnostischen Untersuchung einer fremdgefährdend auffälligen Person oft die Frage, ob eine psychische Erkrankung ihre Verantwortungs- und Schuldfähigkeit mindert oder aufhebt. Die Antwort kann darüber entscheiden r, wer zuständig ist, die Psychiatrie oder die Polizei; die Folgen für die Betroffenen sind durchaus zwiespältig.

Erkennt das Gericht bei einem Straftäter eine verminderte oder aufgehobene Schuldfähigkeit, so kann es zu seiner Behandlung die Unterbringung in einer Klinik des Maßregelvollzugs veranlassen. Meistens ist auch nach der Entlassung eine lückenlose Weiterbehandlung am Wohnort der betroffenen Person erforderlich, um den Erfolg der klinischen Behandlung nicht gleich wieder zunichte zu machen. Welche Voraussetzungen sind dabei zu beachten, und was können die Sozialpsychiatrischen Dienste dafür tun, um eine Reintegration von Straftätern mit psychischen Erkrankungen in ihre alte oder neue Heimat zu unterstützen? Ähnliche Fragen stellen sich für psychisch erkrankte Menschen, die aus dem Strafvollzug entlassen werden: Gab es dort eine fachgerechte Therapie, welche Erfolge konnten ggf. dort erreicht werden und was müsste geschehen, um sie zu sichern?

Auf unserem 9. Netzwerktreffen wollen wir in Hannover diese Problemstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und im Diskurs Orientierungshilfen für die Arbeit im Sozialpsychiatrischen Dienst entwickeln. In drei Einführungsvorträgen im Plenum werden dazu wichtige Basisinformationen gegeben. Anschließend stehen die Referenten und weitere Experten in drei parallel stattfindenden Workshops für den Erfahrungsaustausch und die Diskussion mit Ihnen zur Verfügung. Seien auch Sie dabei, wir freuen uns auf Ihre Mitwirkung!

Programm

09:30 Uhr | Anmeldung und Begrüßungskaffee

10:00 Uhr | Begrüßung und Informationen aus dem Netzwerk
Dr. Hermann Elgeti, Region Hannover, Dezernat für Soziale Infrastruktur

10:15 Uhr | Kurzvorträge zu den Workshopthemen von
Andreas Tänzer
Dr. Martin Schöningh
Uwe Meinecke

11:15 Uhr | Kaffeepause

11:30 Uhr | Parallele Workshops (vormittags)*

13:00 Uhr | Mittagsimbiss

14:00 Uhr | Parallele Workshops (nachmittags)*

15:30 Uhr | Ergebnisse und Verabredungen

16:00 Uhr | Ende der Fortbildungsveranstaltung

* Je nach Anmeldezahl werden die Workshops ein- oder zweimal (vor- und/ oder nachmittags) angeboten.

WS 1
Wann ist Fremdgefährdung und Gewalttätigkeit krankhaft?
Moderation: Dr. Hermann Elgeti, Region Hannover
Diskutant*innen: Andreas Tänzer, Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie, KRH Psychiatrie Wunstorf und Elisabeth Eicke, Amtsgericht Hannover

WS 2
Was kommt nach dem Maßregelvollzug?
Moderation: Dr. Thorsten Sueße, Sozialpsychiatrischer Dienst Region Hannover
Diskutant*innen: Catrin Lagerbauer, Sozialpsychiatrischer Dienst der Region Hannover – Fachsteuerung Eingliederungshilfe und Dr. Martin Schöningh, Forensische Institutsambulanz, KRH Psychiatrie Wunstorf

WS 3
Wie helfen wir psychisch Kranken im Strafvollzug?
Moderation: Uwe Blanke, Sozialpsychiatrischer Dienst Region Hannover
Diskutant*innen: Farschid Dehnad, Justizvollzugsanstalt Hannover, Uwe Meinecke und Janet Juvet, Jugendanstalt Hameln, Psychiatrische Abteilung

Wissenschaftliche Leitung
Dr. Hermann Elgeti, Region Hannover, Dezernat für Soziale Infrastruktur

Die Veranstaltung ist mit 6 Punkten beim Sachgebiet Fortbildungen der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert.