Reproduktive Gesundheit im Kontext von weiblicher Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung (Englisch: FGM = Female Genital Mutilation) stellt eine schwere Menschenrechtsverletzung dar und verwehrt Mädchen und Frauen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit. Aktuellen Angaben der WHO zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen von Genitalverstümmelung in weltweit 30 Ländern betroffen. Im Zuge der Migration und der teilweise fortgeführten Praxis der Einwanderfamilien leben auch in Niedersachsen nach aktuellen Angaben von Terre des Femmes 4.769 betroffene Frauen und 1.501 gefährdete Mädchen.

Das Beschneiden und zum Teil anschließende - bis auf eine kleine Öffnung - Verschließen des weiblichen Genitals hat fatale gesundheitliche Folgen auf Sexualität, Schwangerschaft und Geburt. In der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung ist somit ein sachkundiger, sensibler und verantwortungsvoller Umgang mit den von FGM betroffenen und bedrohten Frauen unabdingbar. Ein wesentliches Ziel der Fortbildung ist es, Fachkräfte im Beratungskontext zu sensibilisieren und das Thema FGM nachhaltig in den Berufsalltag zu integrieren.

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Fachkliniken zur Rekonstruktion bei FGM_C
Luisenhospital >>
DFC Waldfriede >>

Niedrigschwelliges Beratungsangebot in Akutsituationen >>

Maßnahmen zum Schutz vor FGM bei Heimaturlauben >>

 

Programm

10:00 Uhr | Begrüßung

 Uta Engelhardt, Geschäftsführung pro familia LV Nds.

 Erläuterung der Regelungen des Online-Seminars

10:10 Uhr | Video-Vortrag

  Medizinische Folgen von FGM/FMC und die Bedeutung für die
  Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt
  Dr. med. Helmut Jäger, Gynäkologe

10:30 Uhr | Fragen und Diskussion zum Vortrag

11:00 Uhr | Pause


11:10 Uhr | Video-Vortrag

  Rechtliche Situation der in Deutschland lebenden von
  FGM betroffenen oder bedrohten Mädchen und Frauen
  Dr. Anna Lena Göttsche, Juristin

11:30 Uhr | Fragen und Diskussion zum Vortrag

12:00 Uhr | Pause

12:15 Uhr | Kurzinput (live)

  Mein Körper gehört mir – Erfahrungen aus der Community
  Mona Habib Allah, Aktivistin

12:30 Uhr | Fragen zum Input und Diskussion:

  Möglichkeiten der Thematisierung von FGM im
  kultursensiblen Beratungskontext

13:00 Uhr | Pause


13:15 Uhr | Diskussion und Austausch zu den Themen:

  - Information und Aufklärung – Aufgaben der Fachkräfte

  - Vernetzung mit medizinischem Fachpersonal und
     unterstützenden Organisationen / Communities

  Zusammenfassung der Veranstaltung


14:00 Uhr | Ende der Veranstaltung

Moderation
Dr. Ute Sonntag, stv. Geschäftsführung Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Nds. e. V.
Corinna Heider-Treybig, pro familia Landesverband Niedersachsen, Fachleitung Familienplanung