Diese Veranstaltung findet als Online-Seminar statt.

Update. Genderbewusste Arbeit bei Suchtstörungen

Geschlechtergerechte Suchtarbeit ist seit vielen Jahren ein Standard für erfolgreiche Behandlung. Auch wenn es Gemeinsamkeiten gibt, unterscheiden sich Suchterkrankungen bei Männern und Frauen häufig in Bezug auf deren Ursachen, Ausprägung und Verlauf. Um den Zugang zu und die Umsetzung von Beratung und Behandlung zu verbessern, muss die Kategorie Geschlecht angemessen berücksichtigt werden.

Im Jahr 2008 ging die Niedersächsische Suchtkonferenz erstmalig der Frage nach, wie durch geschlechtergerechte Ansätze die Suchtarbeit und -prävention effektiver gestaltet werden können. Die diesjährige Suchtkonferenz möchte dieses wichtige Thema praxisorientiert aufgreifen. Wie ist der aktuelle Stand? Welche neuen Erfahrungen und Erkenntnisse gibt es für die Praxis?

Die XXX. Suchtkonferenz, die als Live-Online-Fachkonferenz durchgeführt wird, bietet einen Raum zu reflektieren, wie männer- und wie frauensensible Suchtarbeit gelingen kann. In zwei Vorträgen werden wesentliche Fragen genderbewusster Suchtarbeit beleuchtet und anschließend in parallelen Workshops vertieft. Sie haben die Möglichkeit, sich entweder mit Cross Work, einem geschlechterreflektierten Arbeitsansatz oder mit männerbezogenen Gewalterfahrungen als Ursache für Suchtprobleme auseinander zu setzen. In Workshop 1 geht es um die Haltung weiblicher Mitarbeiterinnen in der Arbeit mit männlichen Suchtpatienten. Es geht um die Reflexion des eigenen Handelns im Hinblick auf Geschlechterverhältnisse / -hierarchien, um Parteilichkeit und Empathie sowie bewusste Gestaltung des therapeutischen Handelns im Cross Work. In Workshop 2 werden Erfahrungen mit den gegen Jungen und Männer gerichteten körperlichen, psychischen und sexualisierten Übergriffen als geschlechtsbezogene Gewalt thematisiert. Unter anderem werden die folgenden Fragen gestellt: Inwieweit wird in meinem Arbeitsfeld ein Zusammenhang zu den Bedingungsfaktoren für Suchterkrankungen gesehen? Welche Aspekte des Themas werden verleugnet bzw. sind tabuisiert?

Herzlich eingeladen sind Mitarbeitende der ambulanten und stationären Suchthilfe und Suchtselbsthilfe, der Suchtprävention, der psychiatrischen Versorgung, Suchtmediziner*innen, Allgemeinmediziner*innen, Pädiater*innen, Psychotherapeut*innen, Mitarbeitende psychosozialer Beratungs- und Unterstützungssysteme, Pädagog­*innen, Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe sowie fachlich Interessierte.

Veranstaltungsflyer >>

Programm

08:45 Uhr | Ankommen und Anmeldung

09:00 Uhr | Umfrage via Mentimeter
Sie haben die Möglichkeit, Ihre Arbeitsbereiche und Interessen am Thema in einer anonymen, digitalen Umfrage vorzustellen.

09:15 Uhr | Begrüßung
Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.
Bärbel Lörcher-Straßburg, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

09:30 Uhr | Wie gelingt frauensensible Suchtarbeit?
Prof. Dr. Irmgard Vogt, Frankfurt University of Applied Sciences
Vortrag

10:00 Uhr | Fragen und Diskussion zum Vortrag

10:15 Uhr | Pause

10:30 Uhr | Wie gelingt männersensible Suchtarbeit?
Andreas Böggering, M. Sc. Suchthilfe/Suchttherapie, Phaemoberater® Schwerpunkt Männerberatung
Vortrag

11:00 Uhr | Fragen und Diskussion zum Vortrag

11:15 Uhr | Pause

11:30 Uhr | Statement der Sozial- und Gesundheitsministerin
Dr. Carola Reimann, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

12:00 Uhr | Beginn der parallelen Workshops

Workshop 1
Cross-Work – Frauen in der Arbeit mit suchtmittelabhängigen Männern
Doris Heinzen-Voß, Impulswechsel Training – Coaching – Entwicklung, Duisburg
Vortrag

Workshop 2
Von Jungen und Männern erlittene körperliche, psychische und sexualisierte Übergriffe und die suchtspezifischen Folgen
Hans-Joachim Lenz, Forsche Männer & Frauen, Beratung – Bildung – Forschung Freiburg
Vortrag

13:15 Uhr | Schlussworte
Bärbel Lörcher-Straßburg, Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

13:30 Uhr | Ende der Veranstaltung

Gesamtmoderation
Thomas Altgeld, LVG & AFS Nds. e. V.