Wie Studien heute belegen, gewinnt die Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und informeller Pflege gesellschaftlich an Relevanz. Die Vereinbarenden sind mit der Herausforderung konfrontiert, zwei inhaltlich, zeitlich und räumlich grundlegend unterschiedlich strukturierte Lebensbereiche miteinander in Einklang zu bringen. Hieraus resultieren, wie viele Untersuchungen belegen, nicht selten negative Folgewirkungen für den Beruf und die Gesundheit der Pflegenden. Sie zeigen sich zum Beispiel in Form von einer verminderten beruflichen Leistungsfähigkeit, erhöhten Fehlzeiten, der Notwendigkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren bis hin zu umfassenden physischen und psychischen Belastungen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko dieser Beschäftigtengruppe bedingen.

Sowohl auf Seiten der Bundespolitik wie auch auf Seiten einiger Unternehmen ist diese Situation von erwerbstätigen Pflegenden heute präsenter als noch vor einigen Jahren. Zunehmend häufiger wird thematisiert, auf welche Weise dieser Personenkreis dabei unterstützt werden kann, eine Verbindung beider Tätigkeitsfelder langfristig zu realisieren, ohne entweder den Beruf oder die pflegerische Versorgung des Angehörigen aufzugeben oder die Sorge für die eigene Gesundheit zu vernachlässigen. Dabei spielt insbesondere die Entwicklung von Maßnahmen eine wichtige Rolle, die in der Erwerbssphäre der berufstätigen Pflegenden ansetzen und dazu beitragen sollen, die Arbeitsbedingungen vereinbarkeitsfreundlich zu gestalten.

Diese Unterstützungssituation in der Erwerbssphäre der erwerbstätigen Pflegenden gilt es im Rahmen des Projekts eingehender zu beleuchten, um Rückschlüsse auf die Bedarfsgerechtigkeit der bestehenden Angebote zu ziehen. Auf dieser Grundlage lässt sich ausloten, welche Handlungspotenziale für eine Verbesserung der Bedingungen für eine Vereinbarung von Pflege und Beruf bestehen. Ein besonderer Fokus der Betrachtung wird dabei auf den Auswirkungen des Gesetztes zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf liegen, das am 01.01.2015 in Kraft getreten ist.

Aufgabenbereiche
Um dieses Thema zu beleuchten, kommt eine qualitativ ausgerichtete Forschungsstrategie zum Einsatz. Sie fußt primär auf leitfadengestützten Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Betriebe, die bereits ein größeres Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten für Vereinbarende bieten. Außerdem werden leitfadengestützte Telefoninterviews mit Beschäftigten der eingebundenen Betriebe geführt, die Beruf und Pflege miteinander verbinden. Die Interviews werden inhaltanalytisch ausgewertet.

Kontakt
Dr. Maren Preuß
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Tel.: 0511 / 388 11 89 - 306

Patrizia Rothofer
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Tel.: 0511 / 388 11 89 - 6